Dienstplan-Gesetz Österreich: Fristen, Änderungen und Ruhezeiten nach AZG

Das Dienstplan-Gesetz in Österreich ist kein eigenes Gesetz, sondern eine Reihe von Regeln aus dem Arbeitszeitgesetz (AZG), dem Arbeitsruhegesetz (ARG) und dem jeweiligen Kollektivvertrag. Die wichtigsten für Betriebe: Der Dienstplan muss mindestens zwei Wochen im Voraus feststehen, Änderungen sind nur unter Bedingungen zulässig, und zwischen zwei Diensten müssen elf Stunden Ruhezeit liegen.

Wie lange im Voraus muss der Dienstplan feststehen?

Nach § 19c AZG ist die Lage der Normalarbeitszeit zu vereinbaren; ohne Vereinbarung legt der Arbeitgeber sie fest und muss sie mindestens zwei Wochen im Voraus mitteilen. Diese Frist gilt für jeden Dienstplan, der die Arbeitszeit neu verteilt. Kollektivverträge können abweichende Fristen vorsehen, der Kollektivvertrag Gastgewerbe tut das in bestimmten Fällen.

Darf der Arbeitgeber den Dienstplan ändern, ohne zu fragen?

Nur eingeschränkt. § 19c Abs. 2 AZG erlaubt eine einseitige Änderung der Arbeitszeiteinteilung, wenn sie aus objektiven, in der Art der Arbeitsleistung gelegenen Gründen sachlich gerechtfertigt ist, dem Arbeitnehmer mindestens zwei Wochen vorher mitgeteilt wird, berücksichtigungswürdige Interessen des Arbeitnehmers nicht entgegenstehen und keine Vereinbarung entgegensteht. Kürzere Fristen sind nur bei unvorhersehbaren Umständen zulässig, etwa einem Krankenstand, und nur, wenn der Arbeitnehmer zustimmt oder der Kollektivvertrag es erlaubt. Einen veröffentlichten Dienst stillschweigend zu streichen oder zu verschieben ist unzulässig.

Ruhezeit, Wochenruhe und Höchstarbeitszeit

Zwischen zwei Diensten müssen nach § 12 AZG elf Stunden liegen; Kollektivverträge dürfen sie unter Bedingungen auf acht Stunden verkürzen. Die Wochenruhe nach § 3 ARG beträgt 36 Stunden, davon ein ganzer Kalendertag. Die tägliche Arbeitszeit darf zwölf, die wöchentliche sechzig Stunden nicht überschreiten, im Schnitt von 17 Wochen höchstens 48 Stunden (§ 9 AZG). Bei Teildiensten in der Gastronomie sind nach Kollektivvertrag höchstens zwei Teile zulässig.

Auf einen Blick

Die Dienstplan-Regeln des österreichischen Arbeitsrechts

RegelGrenzeRechtsgrundlage
Dienstplan im Voraus bekanntgebenmind. 2 Wochen§ 19c AZG
Einseitige Änderung2 Wochen Frist, sachlich gerechtfertigt§ 19c Abs. 2 AZG
Kurzfristige Änderungnur bei unvorhersehbaren Umständen§ 19c Abs. 3 AZG
Tägliche Ruhezeit11 h§ 12 AZG
Wochenruhe36 h inkl. ein ganzer Tag§ 3 ARG
Tägliche Höchstarbeitszeit12 h§ 9 AZG
Wöchentliche Höchstarbeitszeit60 h, Ø 48 h§ 9 AZG
Ruhepause30 min ab > 6 h§ 11 AZG
AufzeichnungBeginn, Ende, Pausen§ 26 AZG

Rechenbeispiel

Der Dienstplan für die Woche ab 21. Juli muss spätestens am 7. Juli veröffentlicht sein. Fällt am 19. Juli ein Mitarbeiter krank aus, darf der Arbeitgeber einen Kollegen fragen, ob er einspringt – anordnen darf er den Dienst ohne Zustimmung nicht.

So setzt planunu das um

planunu protokolliert Veröffentlichung und jede Änderung mit Zeitstempel, warnt, wenn die Zwei-Wochen-Frist unterschritten würde, prüft Ruhezeit und Wochenruhe vor der Veröffentlichung und holt bei kurzfristigen Änderungen die Zustimmung des Mitarbeiters in der App ein.

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Häufige Fragen zum Dienstplan-Gesetz in Österreich

Muss der Dienstplan in Österreich schriftlich sein?

Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben, aber die Mitteilung muss nachweisbar sein. Ein Aushang, eine E-Mail oder die Veröffentlichung in einer Dienstplan-App mit Lesebestätigung genügen; im Streit muss der Arbeitgeber beweisen, wann der Plan mitgeteilt wurde.

Was gilt, wenn der Dienstplan kürzer als zwei Wochen vorher kommt?

Dann ist die Einteilung nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers wirksam, außer der Kollektivvertrag erlaubt eine kürzere Frist oder es liegen unvorhersehbare Umstände vor. Verweigert der Arbeitnehmer, darf ihm daraus kein Nachteil entstehen.

Darf ich sechs Tage hintereinander eingeteilt werden?

Ja, solange die Wochenruhe von 36 Stunden innerhalb der Kalenderwoche eingehalten wird und die Höchstarbeitszeiten nicht überschritten werden. Der Kollektivvertrag Gastgewerbe regelt zusätzlich die freien Tage.

Wie viele Sonntage darf ich in der Gastronomie arbeiten?

Das Gastgewerbe ist nach der Arbeitsruhegesetz-Verordnung von der Sonntagsruhe ausgenommen; die Wochenruhe muss aber in jeder zweiten Woche den Sonntag einschließen, sofern der Kollektivvertrag nichts anderes vorsieht.

Nächster Schritt

Dienstpläne, die die Fristen von selbst einhalten

planunu prüft Ankündigungsfrist, Ruhezeit und Wochenruhe vor jeder Veröffentlichung und protokolliert jede Änderung.